Wie ein Märchen mutet die Story des fast 84 –jährigen tschechischen Künstlers Miroslav Tichy an. Bis zum Jahr 2005 war er als Künstler völlig unbekannt. Seither hat er die Kunstwelt in rasendem Tempo zwischen Peking, New York, Paris und Frankfurt mit seinen faszinierenden S/W-Fotos erobert. In seinem Heimatortes Kjyov (Südmähren) hat er zwischen 1960 und 1990 in einem Umkreis von nur ca. 5 km fast ausschließlich Frauen mit teils selbstgebauten Fotoapparaten fotografiert. Die Aufnahmen hat er selbst entwickelt, danach oft per Hand zugeschnitten, gerissen, gefaltet oder gar im Regen liegen lassen, Sommer wie Winter dem Licht ausgesetzt und als wäre dies noch nicht genug, hat er bei Bedarf mit dem Bleistift oder mit einem Kugelschreiber in die meist unscharfen Fotos hinein gezeichnet oder einen ornamentartigen Rahmen um das Foto gemalt, je nachdem, was das Motiv verlangte. Entstanden ist ein ganz persönliches, autarkes und solitäres Gesamtwerk von unglaublich schönen und ästhetisch anmutenden Frauenbildnissen.