"Treibsand in der kalifornischen Wüste"
25.09. - 23.10.2010
Vernissage am 24.09.2010 um 20.00 Uhr
Mittwoch - Freitag 19.00 - 22.00 Uhr
Samstag: 17.00 - 22.00 Uhr
Fotos der in Berlin und Los Angeles wohnenden Künstlerin Stefanie Schneider

 

Eher gedämpfte blasse Farben, das Licht diffus, vielleicht überbelichtet, unscharf in der Totalen, scharf im Detail. Closeup Aufnahmen wechseln sich ab mit Landschaftsmomenten. Grellbunten Porträts aus der Popkultur neben unbekannten Frauen im Halbrelief. Akte, die in die Wüste integriert sind, stehen Selbstporträts der Künstlerin gegenüber. Es sind Photos, die so gar nicht in die perfekte Hightech- und Hochglanzphotografie der zeitgenössischen Photographie zu passen scheinen. Alles ist in Bewegung. Versucht die Künstlerin hier den Rezipienten zu verführen? Löst sie psychedelische Grenzerfahrungen aus? Oder ist es eine Traumwelt, in die der Betrachter verführt und entführt werden soll?
Die Bilder beginnen sich zu bewegen und die Grenze zwischen Bild und Film verschwindet. Schneider spielt mit den Medien Film und Bild, sie vollführt einen Tanz, Rockn` Roll in der Wüste! Lässt die Traum-Bilder lebendig werden und führt die so vermeintliche Sicherheit des Realen auf den Treibsand der kalifornischen Wüste. Die nackte Rothaarige, oder die Weite der Wüste werden hier als der amerikanische Traum, die Sehnsucht nach Glück und nach unbegrenzten Möglichkeiten der Selbstverwirklichung benutzt. Wo wäre man dies allem näher als im immer warmen Kalifornien, wo näher als in der Traumfabrik Hollywoods!
Der Film: The way of live als die platon`sche Ideenwelt? Wer nun glaubt damit die Kunst Stefanie Schneider „durchschaut“ zu haben, wird dann eines besseren belehrt, wenn er die seltsamen Schlieren, Farbflecken, dunkle Formen am Eck eines Photos versucht, zu ergründen. Wie sind die Kratzspuren, Farbauflösungen, wie die Leerstellen im Photo bildgestalterisch einzuordnen?
Das verwendete Material selbst ist es, das uns unsere Vergänglichkeit, die menschliche Existenz in Frage stellt. Die verwendeten Polaroid Filme sind bereits abgelaufen, sie haben ihr Haltbarkeitsdatum überschritten, sie befinden sich im Zustand des physikalischen Rückbaus. Unser Leben ist begrenzt, will Schneider uns damit sagen, aber es ist trotz alledem ein schöner Traum!!
Motiv und Material vollführen in dieser genialistischen Kooperation den Spannungsbogen zwischen Sein und Nichtsein auf der Bühne des Lebens. Ist es ein Traum, ein Film oder „nur“ die Wirklichkeit?

Auf unzähligen Ausstellungen weltweit hat Stefanie Schneider mit ihrer künstlerischen Arbeit für Aufsehen gesorgt. Ihre Filme sind eine konsequente und logische Fortsetzung der Bildverarbeitung und weisen eine noch emotionalere Präsenz und Qualität auf.